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Kunden haben keine Ahnung was sie wollen (und das ist okay)

Kunden haben keine Ahnung was sie wollen (und das ist okay)

"Wir brauchen eine App."

Okay. Wofür?

"Naja, für unsere Kunden."

Was sollen die damit machen?

"Äh... verschiedene Sachen halt."

Dieses Gespräch führen wir mindestens einmal pro Woche. Und jedes Mal lächeln wir dabei – weil wir genau wissen, dass hier die eigentliche Arbeit erst beginnt. 🐱‍💻

Das Problem mit "Was brauchst du?"

Es ist die natürlichste Frage der Welt. Und die nutzloseste.

Warum? Weil Menschen schlecht darin sind zu artikulieren was sie brauchen. Das ist keine Kritik – es ist menschlich.

Henry Ford (angeblich): "Wenn ich die Leute gefragt hätte was sie wollen, hätten sie gesagt: schnellere Pferde."

Die besseren Fragen

1. "Was nervt dich gerade am meisten?"

Probleme sind konkret. Lösungswünsche sind abstrakt.

Wenn jemand sagt "Ich brauche ein CRM", frag: "Was ist das konkrete Problem das du lösen willst?"

Oft kommt dann: "Ich verliere Überblick über meine Leads" – und plötzlich sind wir bei einem echten Problem.

2. "Wie machst du das heute?"

Workarounds sind Gold. Sie zeigen:

  • Was tatsächlich wichtig ist
  • Wo der Schmerz am größten ist
  • Was jede Lösung mindestens können muss

Wenn jemand einen 47-Tab Excel-Sheet pflegt, ist das Feature-List und Priorität in einem. Und ja, wir haben schon 100+ Tabs gesehen. Respekt dafür. 🦕

3. "Was passiert wenn sich nichts ändert?"

Diese Frage filtert Nice-to-haves von Must-haves.

"Wäre schön wenn..." vs. "Dann verlieren wir Geld/Kunden/Verstand."

Was echte Discovery bedeutet

Gute Agenturen nehmen nicht einfach Aufträge an. Sie verstehen erst, dann bauen sie.

Unser Discovery-Prozess (erste Woche jedes Projekts):

  1. Stakeholder-Interviews – Wer hat welche Perspektive?
  2. Problem-Mapping – Was ist das eigentliche Problem hinter dem gewünschten Feature?
  3. User-Context – Wer nutzt das Ding, wann, wo, warum?
  4. Erfolgsdefinition – Woran messen wir ob es funktioniert?

Das kostet Zeit. Spart aber Wochen an falscher Entwicklung.

Wenn Kunden doch wissen was sie wollen

Manchmal haben Kunden sehr konkrete Vorstellungen. Das ist nicht schlecht – aber es braucht Prüfung.

Unser Approach:

"Warum genau dieses Feature?"

Meist steckt dahinter ein Problem das man auch anders (manchmal besser) lösen kann.

"Was wäre wenn wir das NICHT bauen?"

Sortiert Wünsche von Notwendigkeiten.

"Wer hat danach gefragt?"

Ein Feature das ein Kunde einmal erwähnt hat ≠ validierter Bedarf.

Das Ergebnis guter Discovery

Nach einer Woche Discovery haben wir:

  • ✅ Klares Problem-Statement
  • ✅ Definierte Zielgruppe
  • ✅ Priorisierte Feature-Liste (nicht Wunschliste)
  • ✅ Erfolgskriterien
  • ✅ Gemeinsames Verständnis

Damit lässt sich bauen. Ohne Discovery baut man im Nebel.


Nächstes Projekt anstehend? Starte mit Discovery, nicht mit Wunschliste. Wir bringen die richtigen Fragen mit – und gute Laune. 🚀